Queere Perspektiven auf Prekarisierung

Volker Woltersdorff – 02. November 2009 – 20Uhr

Der Begriff ‚prekär’ wurde eingeführt, um bestimmte Lebens- und Arbeitsbedingungen von solchen abzugrenzen, die als ‚normal’ wahrgenommen wurden. Genau dieses angebliche „Normalarbeitsverhältnis“ galt aber vor allem für weiße deutsche Ehemänner und war damit patriarchal, rassistisch und heteronormativ geprägt. Bedeutet die Entnormalisierung und Prekarisierung der Arbeits- und Lebensbedingungen im Neoliberalismus umgekehrt die Aufweichung der Verankerung von Heteronormativität in unserer Gesellschaft? Denn soziale, geschlechtsspezifische und kulturelle Unterschiede werden im Neoliberalismus nicht mehr als Störfaktoren betrachtet, sondern sie werden nun anerkannt und gefördert, weil sie ökonomisch nutzbar gemacht werden. Welches Potenzial hat die Einbeziehung einer Perspektive auf sexuelle Prekarisierung aber für die Analyse und Kritik der Prekarisierung von Arbeit und Sozialstaat? Das Beispiel Hartz IV zeigt, wie Sexualität auf sehr unterschiedliche Weise ökonomisch reguliert wird.

Volker Woltersdorff, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin. Er ist Mitherausgeber von „Unbeschreiblich Männlich. Heteronormativitätskritische Perspektiven“ und „Symbolische Gewalt“ sowie der Autor von „Coming out: Die Inszenierung schwuler Identitäten zwischen Auflehnung und Anpassung“.
Aus seinen Forschungen zu „Queer und HartzIV? Arbeit, Ökonomie, Sexualität und Geschlecht im Neoliberalismus“ wird er an diesem Abend referrieren.

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2 Antworten auf „Queere Perspektiven auf Prekarisierung“


  1. 1 jägerzaun 12. Oktober 2009 um 17:24 Uhr

    komme nicht (wohnort internet). bitte aufzeichnen. zum nächte-um-die-ohren-schlagen und schlechtträumen.

  1. 1 Aktuelles zur Reihe « „Wann hört Macht auf? Hier fängt Macht an. Lass uns nicht von Sex reden.“ Pingback am 19. Oktober 2009 um 21:36 Uhr
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