Archiv für Februar 2010

„Reclaim Feminism“ – Veranstaltungsreihe in Berlin

In der nächsten Woche startet in Berlin eine vielversprechende Veranstaltungsreihe. Unter dem Titel „Reclaim Feminism – take back the night“ wird es bis Mitte Mai unter anderem um folgende Themen gehen: Sexismus & Antisemitismus (18. März), Stra­te­gi­en zur EU–wei­ten Le­ga­li­sie­rung von Ab­treibung (2. April), Ho­mo­se­xua­li­tät & Ho­mo­pho­bie in der Neo­na­zi­sze­ne (4. April), Männ­lich­keits­bil­der in der An­ti­fa (25. April), Zur Kritik des linken Antifeminismus (3. Mai) oder auch Strategien feministischer politischer Praxis (19. Mai). Die genauen Daten und weitere Themen können auf dem entsprechenden Blog nachgelesen werden.

Wir möch­ten den 8. März zum An­lass neh­men, um die Fra­gen nach einem lin­ken Fe­mi­nis­mus wie­der zum Thema zu ma­chen. Diese stel­len sich heute wie da­mals als schwie­rig dar, auch wenn auf den ers­ten Blick ›Fe­mi­nis­mus‹ und ›Gleich­be­rech­ti­gung‹ in aller Munde zu sein schei­nen. Denn von kon­ser­va­ti­ven Feuille­to­nis­t_in­nen bis zu links­li­be­ra­len Kul­tur­schaf­fen­den: Zu Fe­mi­nis­mus hatte in letz­ter Zeit je­de_r etwas bei­zu­tra­gen. […] Ein Fe­mi­nis­mus, der nichts kennt als den Kampf um for­ma­le Gleich­heit in den be­ste­hen­den be­schis­se­nen Ver­hält­nis­sen, ist nicht unser Fe­mi­nis­mus. […] Ge­mein­sa­mer Aus­gangs­punkt ist, dass ein lin­ker Fe­mi­nis­mus die Sys­tem­fra­ge stel­len und als ra­di­ka­le Ge­sell­schafts­kri­tik alle Ver­hält­nis­se in den Blick neh­men muss. Dazu ge­hört, das Sys­tem der Zwei­ge­schlecht­lich­keit und damit zu­sam­men­hän­gend For­men iden­ti­tä­rer Po­li­tik eben­so zu kri­ti­sie­ren wie Ka­pi­ta­lis­mus, Na­ti­on und Ras­sis­mus.

Das spannendste Moment in diesem Anliegen ist m.E. die Entpolitisierung des Begriffs ‚Feminismus‘ sowie das Aufgreifen des weitverbreitenden Mangel an verschränkten Perspektiven, so dass die Reihe interessante Ansatzpunkte verspricht. Hoffentlich werden für alle, die nicht räumlich teilnehmen können, wenigstens Mitschnitte digital verfügbar sein…

reclaim feminism-banner

Hinweise

Die Reihe ist vorbei. Soweit das… ob es in Zukunft mehr bzw. etwas Neues von hier gibt, ist unklar.

Sicher hingegen ist, dass es einige andere interessante Initiativen, Projekte, Blogs und Menschen gibt, bei denen sich eine besondere Aufmerksamkeit lohnt.

Zum Beispiel…

  • Einen Vortrag zum Thema Homophobie, den es am 25.02.2010 wird es im Bahnhof Eisenberg geben wird.
  • Vortragsreihe Jugendszenen: Martin Büsser spricht am 4. März 2010 im Redrexx/Erfurt zum Thema „Emo“. Am 31. März 2010 wird im selben Rahmen Pyranja zum Thema „HipHop und Sexismus“ referieren.
  • outside the box, „die Zeitschrift, die Gesellschaftskritik mit feministischem Fokus betreibt. Sie ist aus der Beobachtung heraus entstanden, dass feministische Theorie und Praxis nicht genügend in Debatten einer emanzipatorischen Linken einfließen.“ Genau diese Zeitschrift hat für die Ausgabe #2 nun einen call for papers zum Thema „Form“ ausgeschrieben.
  • Who cares? Queer-feminismus und Ökonomiekritik vom 4. bis 6. März in Berlin
  • Kunst Spektakel Revolution – Die Vortragsreihe in Weimar hat bereits im letzten Jahr interessante und spannende Beiträge präsentiert und gerade den ersten Block in diesem Jahr beendet. Die nächsten Veranstaltungen starten wieder im April. Unter anderem mit Tilman Reiz, Roger Behrens & Kerstin Stakemeier und noch einmal Magnus Klaue – das entsprechende Programm gibt es hier. Bis dahin könne die bisherigen Beiträge zum Glück auch nachgehört werden.
  • AudioArchiv – Apropos Nachhören. Der Blog AudioArchiv sorgt wie der Name vermute lässt seit geraumer Zeit dafür, dass Vorträge auditiv, z.T. visuell, gesammelt und verlinkt und somit nachgehört werden können. Die Themen sind dabei sehr vielfältig und spannend; sollte man das Spektrum mit einem tag am besten beschreiben müssen, würde wohl ‚Kritik‘ das Rennen machen.
  • Apropos Hören: Radio Corax, Radio FREI, Radio Lotte und Radio Blau sind bei mangelndem Anhör-Material, aber auch so, nur zu empfehlen.
  • Das Fehlen eines unabhängigen & aktiven Zentrums in dieser Region ist nachwievor zum kotzen… die Bestrebungen in Erfurt lassen sich mittels der Kampagne „Hände hoch, Haus her!“ verfolgen, ggf. teilhaben.
  • In Chemnitz sieht es anscheinend ähnlich unschön aus, ggf. mal aus den kleinen Berlinablängern (Le/DD) raus und dem Reitbahnstr.-Viertel bzw. dem AJZ entsprechende Aufmerksamkeit widmen.

Soviel erstmal zu aktuellen Hinweisen… Die unter ‚Blogsport‘ und ‚Links‘ verlinkten Seiten verweisen auch permanent auf wichtige und interessante Blogs, etc pp.