„Wann hört Macht auf? Hier fängt Macht an. Lass uns nicht von Sex reden.“

heißt es in Blumfelds Lied „Lass uns nicht von Sex reden“. Mit diesem Zitat wollen wir auf den postmodernen Zwang zur Freiheit verweisen: Sex(ualität) als allgegenwärtige, selbstverständliche Gegenwart, aber dennoch unhinterfragt gebliebene Kategorie, die gesellschaftliche Realität und Alltag schafft. Wir wollen dagegen eben diesen Alltag und seine (Un-)möglichkeiten thematisieren. Die geplante Veranstaltungsreihe hat zum Ziel Unsichtbares sichtbar zu machen und Widersprüche herauszustellen, in diesem Sinne also auch gesellschafts- und herrschaftskritisch zu argumentieren. Aus diesem Grund liegt es uns besonders am Herzen, die Zusammenhänge zwischen Körper, Macht und Sex anhand popkultureller Phänomene aufzuzeigen.

Ziel ist es, mittels Vorträgen, Diskussionen, Filmen & deren Macher_innen genau diesen Alltag und seine (Un-)Möglichkeiten thematisieren.
Die Breite der Themen hat System: Denn Machtordnungen zu erkennen und sichtbar zu machen ist ein komplexes Unterfangen, wodurch sich interessierte Besucher_innen aber nicht abschrecken lassen sollten. Mit dem Fokus auf Popkultur wollen wir unter anderem folgende Fragen stellen:
Was hat Geschlecht mit Nation, und was Hautfarbe mit Sexualität zu tun? In welcher Hinsicht sind Subkulturen der Mehrheitsgesellschaft gar nicht so unähnlich? Was dürfen schöne und junge Körper, aber behinderte und alte nicht und warum? Was hat Heterosexualität mit kapitalistischer Gesellschaftsordnung zu tun? Was will eigentlich der „Poststrukturalismus“ und was bringt er für eine adäquate Gesellschafts- und Herrschaftskritik?

Mit der vorliegenden Reihe und deren Veranstaltungen sind noch nicht alle relevanten Mechanismen adäquat angesprochen und thematisiert, allerdings wird sie ein gutes Fundament bilden, um Unhinterfragtes und diese sogenannte „Normalität“ der Kritik auszusetzen.